Jenn van Distel®

Kritik am Schulsystem

Welches Feedback bzw. Kritik haben Schüler zum Schulsystem?

Die große Debatte brachte 2015 Naina mit ihrem Tweet ins Rollen:

„Ich bin fast 18 und habe keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann eine Gedichtanalyse schreiben. In vier Sprachen“ 

Es tauchten viele zustimmende Kommentare im Internet auf, z.B.:

„Man überlege, was von dem gelernten Wissen aus der Schule heute noch gebraucht wird, beziehungsweise was weiß man noch? Alles muss später selber erlernt werden, was noch mehr Stress und Überforderung bedeutet. Warum dann sowas nicht in der Schule?“

Poetry Slamerin Elina Matthes

Mehr, noch mehr, am meisten – Schule, Eltern, Freizeit, Social Media

„Wenn nicht, was soll ich meinen Eltern beichten? Und was tun, wenn sie enttäuscht von mir sind? Ich will sie doch stolz machen, ich bin doch ihr Kind!

Ich weine leise, denn mir geht’s scheiße, doch wenn ich mich durchbeiße, ja dann schaffe ich das schon! Über meine Grenzen hinaus – Leistungsdruck.“

 … einfach mal wirken lassen, wie man sich als Schüler fühlen kann …

Home Schooler Lukas Dudek

In diesen beiden Videos spricht Lukas Dudek darüber, dass er 10 Jahr gar nicht in der Schule war. Er hat sich zu Hause den Schulstoff selbst erarbeitet. Das hat zwar etwas länger gedauert, alle Lösungswege zu finden, ihm dafür jedoch viele Vorteile beim lösungsorientierten Denken gebracht. Außerdem ist ihm die Freude am Lernen erhalten geblieben.

Auch seine Sozialkompetenz konnte sich ohne Druck von Lehrern und Anpassung an die Mitschüler ganz anders und freier entwickeln als bei normalen Schülern.

Meine persönliche Geschichte zum Thema Schulbildung:

Hi, ich bin Jenn, 29. Ich habe zwei abgeschlossene Master im Bereich internationales Management und Marketing, habe vier verschiedene Praktika absolviert, habe im Ausland gelebt und mittlerweile drei Jahre Berufserfahrung.

Ein Lebenslauf wie aus dem Märchenbuch, wie vom System vorgegeben. 

Doch wie viel weiß ich noch von den Inhalten der Schulzeit, des Bachelor- oder des Masterstudiums? Nicht viel. 
Womit verbringe ich meine freien Abende seit ich mit dem Studium fertig bin? 
Meine Finanzen strukturieren und mir Wissen aneignen, Versicherungen abschließen, Kochen lernen, den richtigen Sport finden und meine Rückenschmerzen heilen. 

Zusätzlich gehe ich regelmäßig auf Persönlichkeitsseminare um zu lernen wie man die Welt positiver sieht, glücklich wird, reich werden kann, bessere Präsentationen hält, wie man Menschentypen einordnet und auf sie reagiert, wie man sich richtig verkauft. Jeden Tag werden mir im Internet neue interessante Themen vorgeschlagen, über die ich noch nichts weiß oder sogar teilweise noch gar nichts gehört habe. 

Warum ist das so? Warum habe ich all diese Dinge nicht in meinen 12! Jahren Schule oder 6! Jahren Studium gelernt? 
Warum habe ich nicht die grundlegenden Dinge für den Alltag gelernt, sondern muss sie mir selber aneignen?

Möchte das System vielleicht gar nicht, dass ich über alles Bescheid weiß?

Jenn van Distel von Human Reboot